Wie Fraisa von gewachsenen Insellösungen zu einer zentralen Integrationsplattform migriert ist.
2026
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Fraisa
Wer ist Fraisa?
Die FRAISA‑Gruppe mit Hauptsitz in Bellach (CH) zählt zu den führenden Herstellern von Hochleistungswerkzeugen für die Metallbearbeitung. Seit der Gründung im Jahr 1934 steht das Unternehmen für höchsten technologischen Anspruch, kreative Ingenieurskunst, Qualität und Teamarbeit. Mit rund 545 Mitarbeitenden beliefert FRAISA Branchen wie die Uhrenindustrie, die Medizintechnik, die Automobilindustrie und die Luftfahrt.
Fraisa stellt Präzisionswerkzeuge her: Fräser, Bohrer und Gewindewerkzeuge für die metallverarbeitende Industrie. Der Hauptsitz liegt in Bellach in der Schweiz, produziert wird auch in Ungarn und in Deutschland. Vertriebsniederlassungen in Frankreich, Italien, den USA und China runden das internationale Bild ab.
Wer bei Fraisa einen Fräser kauft, muss ihn nicht wegwerfen, wenn er stumpf wird. Mit dem Retool-Service schickt man ihn zurück, Fraisa bereitet ihn auf, und man erhält ein vollwertiges Werkzeug zurück, bis zu viermal. Nachhaltigkeit als Geschäftsmodell, nicht nur als Versprechen.
Die Ausgangssituation: Was passiert, wenn jede Niederlassung ihre eigene IT-Welt baut
Internationales Wachstum hinterlässt Spuren. In der Vergangenheit war die Fraisa IT dezentral organisiert. Daher hatte jede Ländergesellschaft über die Jahre ihre eigene IT-Welt aufgebaut: eigene ERP-Systeme, eigene Schnittstellen, eigene Datenbanken. Im Zentrum stand ein Microsoft BizTalk Server, der als zentraler Knotenpunkt gedacht war, in der Praxis aber längst ein weiterer Bestandteil eines Geflechts geworden war, das kaum noch jemand überblickte.
Das Ergebnis war eine Landschaft, die niemand mehr vollständig kannte:
- Schnittstellen mit unbekanntem Ursprung.
- Prozesse, die von längst ausgeschiedenen Mitarbeitenden gebaut worden waren und deren Funktionsweise niemand mehr kannte.
- Bestellungen, die in jedem Land über einen anderen, selbst gebauten Weg ins zentrale SAP liefen.
Als Holger Burbach in der neu geschaffenen Position als Head of Global IT zu Fraisa gestoßen ist, war seine Diagnose klar: So kann es nicht bleiben. Er wollte eine einzige Plattform, über die alle Systeme aller Niederlassungen kommunizieren, ohne Sonderlösungen und ohne blinde Flecken.
”„Als ich zu Fraisa kam, hatten wir eine IT-Landschaft, die über Jahre gewachsen war und die niemand mehr vollständig kannte. Jede Niederlassung hatte eigene Lösungen gebaut, eigene Schnittstellen, eigene Prozesse. Manche davon liefen einfach, ohne dass jemand wusste, woher die Daten kamen oder ob sie überhaupt noch jemand brauchte. Mein Ziel war eine zentrale Plattform, über die alles läuft. Keine Insellösungen mehr.“
Holger BurbachLeiter Globale IT, Fraisa
Die Umsetzung:
Wie aus dem komplexen Geflecht eine klare Struktur geworden ist
Vor der Migration hat MELTIQ die bestehende BizTalk-Landschaft analysiert, alle laufenden Prozesse dokumentiert und eine verbindliche Kalkulation erstellt: Was kostet die Migration, wie lange dauert sie und was wird übernommen? Fraisa wusste damit früh und verbindlich, worauf sie sich einlässt, bevor irgendeine Entscheidung gefallen ist.
Auf dieser Basis wurde der BizTalk-Server durch die MELTIQ Foundation auf Basis von Microsoft Azure Integration Services abgelöst. Über 50 Prozesse wurden erfasst, bewertet und auf ihren tatsächlichen Nutzen geprüft. Das Ergebnis war ernüchternd und gleichzeitig aufschlussreich:
Das Ergebnis war eine Landschaft, die niemand mehr vollständig kannte:
- Unnötige Prozesse wurden aussortiert.
- Verbindungen zwischen Systemen wurden durch standardisierte APIs ersetzt.
- Die Datenübertragung wurde von unverschlüsseltem FTP auf gesicherte Verbindungen umgestellt.
Dahinter steckt ein Architekturprinzip, das Fraisa seitdem konsequent durchsetzt: Jede Applikation kommuniziert ausschließlich über die Azure Integration Services mit einer anderen. Direkte Verbindungen zwischen Systemen gibt es nicht mehr.
Wo früher jede Applikation mit jeder anderen irgendeine eigene Schnittstelle gebaut hatte, gibt es heute für jede Verbindung genau einen definierten Weg. Transformationen finden an einem bekannten Ort statt, Fehler lassen sich gezielt eingrenzen, und neue Anbindungen folgen demselben Muster. Mittlerweile ist das Prinzip im gesamten Unternehmen akzeptiert: Wer eine Datenverbindung braucht, kommt zur IT und die Verbindung läuft darüber.
Das vorab vereinbarte Budget wurde trotz unvorhergesehenen Mehraufwands eingehalten
In der Praxis ist das Projekt umfangreicher geworden als ursprünglich erwartet. Je tiefer die Analyse gereicht hat, desto mehr unbekannte Prozesse und Sonderlösungen sind aufgetaucht, die in Niederlassungen gebaut, in der Zentrale aber nie dokumentiert worden waren.
Auch personelle Veränderungen auf Fraisa-Seite haben das Projekt vor zusätzliche Herausforderungen gestellt, die gemeinsam ohne zusätzliche Kosten gemeistert wurden. Die ursprünglich geplante Projektdauer von rund einem Jahr hat sich dadurch auf eineinhalb Jahre gezogen.
Alles aus einer Hand, von der Analyse bis zum laufenden Betrieb mit garantierten SLAs
Seit der Implementierung übernimmt MELTIQ auch den laufenden Betrieb: aktives Monitoring, SLA-basierter Support und eine feste Anlaufstelle für alle Niederlassungen, egal ob das Problem in der Integrationsschicht liegt oder irgendwo dahinter.
“„Was mich bei der Zusammenarbeit mit MELTIQ überzeugt hat, war die Struktur von Anfang an. Wir wussten vor der Umsetzung exakt, was es kostet und was es bringt. Im Projekt sind natürlich Dinge aufgetaucht, die niemand vorhersehen konnte, aber das System stand, und MELTIQ hat das aufgefangen.“”
Holger BurbachLeiter Globale IT, Fraisa
Das Ergebnis:
Eine Plattform, die jeder kennt und versteht
Fraisa hat heute eine saubere, dokumentierte und zentral verwaltete Integrationslandschaft. Was das im Alltag konkret bedeutet:
- Neue Anbindungen sind in Tagen umgesetzt, weil Strukturen, Standards und Plattform bereits stehen.
- Bei Problemen gibt es eine einzige Anlaufstelle, egal, wo sie entstehen.
- Alle Datenflüsse laufen über eine kontrollierte und nachvollziehbare Plattform.
Bestellungen aus Deutschland, Frankreich, Italien oder direkt von Kunden laufen alle über dieselbe Order-API ins zentrale SAP, einmal gebaut und für alle nutzbar. Datenschiefstände aus unbekannten Quellen gehören der Vergangenheit an.
Die Zukunft:
KI, Data Lake und was jetzt sonst noch möglich ist
Die MELTIQ Foundation ist bei Fraisa das Fundament für das, was jetzt folgt, kein abgeschlossenes Projekt. Fraisa hat konkrete KI-Anwendungsfälle identifiziert, die direkt auf der bestehenden Plattform aufbauen:
- Automatisierte Verarbeitung von PDF-Bestellungen: Ein KI-gestütztes System liest Kundendokumente aus, gleicht sie gegen Stammdaten ab und bucht Bestellungen direkt ein, ohne manuelle Erfassung im Vertriebsinnendienst.
- Data Lake: Daten aus verschiedenen Systemen werden zusammengeführt und für Business-Intelligence-Anwendungen verfügbar gemacht.
Was früher jedes Mal ein eigenes Integrationsprojekt gewesen wäre, ist heute nur noch eine Erweiterung auf einer soliden und transparenten Basis, die bereits steht.
“Heute haben wir eine Plattform, die wir wirklich verstehen. Wenn irgendwo ein Problem auftritt, ist MELTIQ unsere Anlaufstelle, die sich zuverlässig darum kümmert. Wenn wir eine neue Anbindung brauchen, dauert es Tage und nicht mehr Monate. Jetzt sind wir dabei, KI-gestützte Prozesse einzuführen, und die MELTIQ-Foundation ist die optimale Basis dafür.“”
Holger BurbachLeiter Globale IT, Fraisa
